Hans Emmenegger

Küssnacht 1866–1940 Luzern

«Haus in der Toscana (Roccolo)» – 1898
Unten rechts signiert HANS / EMMENEGGER.
Öl a/Lwd., 51 × 68 cm


Kunstauktion 17.10.2026 | Lot-Nr. 27

Provenienz:
Prof. Dr. Brun, Bergli, Luzern (handschriftliche Notiz, verso auf dem Rahmen); Privatbesitz, Zürich; Auktion Koller, Zürich, 16.06./01.07.2026, Lot-Nr. 6435 (online); Privatbesitz, Schweiz

Ausstellungen:
Luzern, Kunstmuseum, 1936, Kat.-Nr. 142 [?]; Luzern, Kunstmuseum, 1941, Kat.-Nr. 147 [?].


Für Hans Emmenegger war, nach eigener Aussage, um 1900 der Maler Arnold Böcklin das grosse Vorbild. Immer wieder griff er dessen Motive auf, Zypressen, Ruinen, Villen in südlichen Landschaften.
Im Bild «Roccolo» aus dem Jahr 1898 scheint der Künstler eines von Böcklins thematischen Leitmotiven, nämlich die Rückeroberung der Zivilisation durch die Natur, zu zitieren. Das turmartig hohe Haus wirkt verlassen – ist das einzige Fenster durch einen Laden verschlossen? –, und Bäume und Büsche drohen es zu überwuchern. Architektur und Natur wachsen zusammen, wie eine Insel liegen sie in der Landschaft – erneut eine Reminiszenz an ein bekanntes «Böcklin-Motiv»?
In die Mitte des Bildgevierts platziert, kontrastiert das herbstlich verfärbte Wäldchen komplementär sowohl mit der grünen Wiese – dort, wo der Rotanteil vorherrscht – als auch mit dem blauen Himmel – dort, wo der Orangeanteil stärker ins Gewicht fällt. Koloristisch erweist sich «Roccolo» als ein aussergewöhnlich feinsinniges und differenziertes Werk aus Emmeneggers früherer Schaffenszeit, als eine mit ungewohnt lockerem Pinsel ausgeführte «peinture».
Der in den angeführten Luzerner Ausstellungen von 1936 und 1941 verwendete Titel «Roccolo» bezeichnet eine historische, kreisförmige Anlage aus speziell beschnittenen Bäumen, Hecken und einem kleinen Turm, die in Norditalien früher als Fang- oder Jagdvorrichtung für Zugvögel diente.
Paul C. Gloggner nimmt das vorliegende Bild in das Inventar für das Werkverzeichnis der Ölgemälde von Hans Emmenegger auf.