«Ohne Titel» – 1974
Unten rechts in schwarzer Feder signiert und datiert Schärer 74.
Aquarell, Tusche und Gouache a/Aquarellpapier,
56 × 42 cm
Schätzung CHF 6'000
Kunstauktion 17.10.2026
Provenienz:
Nachlass Hans Schärer, St. Niklausen.
Ausstellungen:
Aarau, Aargauer Kunsthaus, Hans Schärer, Madonnen & Erotische Aquarelle, 01.05.–02.08.2015, Kat.-Nr. 153, S. 213, Farbabb.; weitere Abb. im unpaginierten Bildteil.
Edizioni Periferia, Gespenster im Leib / Le corps hanté. Hans Schärers erotische Welt, Luzern/Poschiavo 2008, S. 110, ganzseitige Farbabb.; Werkverzeichnis Hans Schärer, 74_026_AE (online).
Hans Schärers zwischen 1970 und 1978 entstandene Werkgruppe der «Erotischen Aquarelle» umfasst – formal und technisch klar umrissen – mehr als hundert Motive, die manchmal leichtfertig als Skandalon aufgefasst werden. Die teils expliziten, teils poetischen Situationen erzählen konkrete Geschichten aus der sexuellen Anthropologie, begleitet von meist humoristischen, oft satirischen Verweisen auf unsere Geistes- und Kunstgeschichte. In der vorliegenden Allegorie entsteht die «schamlose», sich nicht verhüllende Aphrodite oder Venus als meerschaumgeborene Sexpuppe durch das ungebremste Verlangen des ausgepumpten Männchens und erzeugt mit ihrem mütterlich vertrauten Griff auf den Hintern des Clowns ein Paradoxon der Reproduktion, gleich jenem von Huhn und Ei.