Robert Zünd

Luzern 1827–1909 Luzern

«Uferzone bei Tribschen» – 1859
Unten links signiert und datiert Robert Zünd 1859.
Öl a/Lwd., 27 × 35,3 cm


Kunstauktion 17.10.2026 | Lot-Nr. 18

Provenienz:
Auktion Fischer, Luzern, 02.11.2012, Lot-Nr. 1233; dort angekauft für Privatsammlung, Luzern.

Gutachten:
Das vorliegende Werk ist im Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft als eigenhändige Arbeit von Robert Zünd unter der Archivnummer 40’812 registriert; dort mit dem Titel Weiher mit Ruderkahn bei Tribschen, im Hintergrund der Bürgenstock. Der Archivauszug des SIK-ISEA, datiert vom 4. Juli 2012, liegt vor.

Robert Zünd konzentrierte sich für seine Landschaften auf Motive aus der nächsten Umgebung seiner Heimatstadt Luzern, wobei in dieser Beschränkung gerade seine Stärke liegt. Als er am 10. Mai 1859 Genf verliess, wo er im Atelier von Calame gearbeitet hatte, riet ihm sein Lehrer: «Faites toujours de la peinture soignée, elle remplira les musées; l’autre les greniers». Die grosse Sorgfalt, mit der er die vorliegende Landschaft festhielt, ist denn auch charakteristisch für Zünds gesamtes Schaffen. Sie fasziniert durch den starken Kontrast von Licht und Schatten, wobei man aus der Schattenzone über den von verschiedenen Booten belebten See zur Gletscherwelt und zum hellen, von zarten Wolken durchzogenen Himmel geführt wird. Der Himmel spiegelt sich im Wasser und nimmt fast die Hälfte der Bildfläche ein. Seit Ende der fünfziger Jahre versuchte Zünd immer mehr, die Wirkungen des Lichtes und der malerischen Elemente einzufangen. Bei aller Detailfreude verlor er den Blick für das Grosse, Weite nie. Man erkennt in seinen Werken leicht die gleiche Grundhaltung gegenüber der Natur, dasselbe liebevolle Sichversenken in meist kaum beachtete Dinge der Schöpfung wie auf Landschaftsbildern Ferdinand Georg Waldmüllers oder in den Naturschilderungen des Dichters Adalbert Stifter.