Lot-Nr. 90

Rolf Brem

Luzern 1926–2014 Luzern

«Ulla mit Halskette» – 1969/97
Auf der Plinthe signiert Brem, bezeichnet EA, Giesserstempel an der rückwärtigen Seitenfläche der Plinthe GOGARTE S.A. / CERA PERSA / RANCATE.
Bronzeplastik, patiniert, H ca. 120 cm

Limit CHF 15'000
Schätzung CHF 25'000

Kunstauktion 17.10.2026

Provenienz:
Privatbesitz, Luzern.

Ausstellungen:
Luzern, Kornschütte, Rolf Brem, Werk und Zeit, 1926–2014, 21.08.–06.09.2026, Nr. 80.

Literatur:

Hanspeter Gschwend, Versammelte Augenblicke - Der Bildhauer Rolf Brem, Zürich 2007, S. 94, Abb. (Atelier), S. 137, ganzseitige Abb. (wohl anderer Guss); Du 943 – August/September 2026, Rolf Brem, Du Kulturmedien AG, Ottikon 2026, Cover, Atelieransicht mit Ulla mit Halskette im Zentrum, Farbabb. (wohl anderer Guss); Luzerner Zeitung, „Piazza“, 22.08.2026, S. 21, vgl. Abb.


«Useme Lehmchlumpe es Manöggeli mache.» Mit diesem einfachen Satz fasste Rolf Brem die grundlegende Motivation seines künstlerischen Schaffens zusammen. Aus diesem Drang entstand in der geschlossenen Welt seiner Ateliers eine eigenständige, vielfältige und ausdrucksstarke Welt von Figuren, Portraits, Tieren und Szenen aus seinem unmittelbaren Umfeld – gestaltete Lebewesen, die ihren Weg hinaus in die Welt seiner zahlreichen Bewunderer, in öffentliche Räume und bis in die Weltausstellung von 1992 in Sevilla fanden. Besonders faszinierten ihn die Schönheit des menschlichen Körpers, Situationen von Menschen im gegenseitigen Austausch, gelegentlich auch im Ausdruck des Leidens oder in den beinahe expressionistischen Darstellungen von Ziegen im Überlebenskampf. Gegen Ende seines Schaffens begann Brem seine Arbeitswelt in Kleinformat nachzubilden und diese mit Freunden, seinen Gehilfen, den Arbeitern der Giesserei zu beleben, jenen Menschen, mit denen er sich nebst der Familie am tiefsten verbunden fühlte.
Er war ein Menschenfreund und Charmeur, dahinter verbarg sich aber auch ein ständiger Sucher, sensibler Zweifler und, so sein Biograf Hanspeter Gschwend, ein verborgener Einsamer. Typisch dafür ist sein Credo: «Eine gute Geschichte muss nicht wahr sein, sie muss stimmen.»
Anlässlich seines 100. Geburtstags war vom 21. August bis 6. September 2026 in der Kornschütte Luzern eine repräsentative Ausstellung seines Gesamtwerks zu sehen.